Gefahren vom hormonellen Schadstoff Bisphenol A

 

Gefahren vom hormonellen Schadstoff Bisphenol A

 

Anfang 2015 wurde eine Neubewertung von BPA veröffentlicht mit der Absenkung des Wertes um das zehnfache. Auf vier Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht. Es wurde erneut ein Gutachten zur Bewertung der Gesundheitsrisiken durch die Verwendung von Bisphenol A in Lebensmittelbedarfsgegenständen publiziert, diese kommt zu ähnlichen Einschätzungen. In Frankreich gilt dieses Verbot sogar schon seit Januar 2015 ein nationales Verbot für BPA in allen Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Das schlimmste ist aber das zwei von drei Lebensmittel-Konserven mit den hormonellen Schadstoff Bisphenol A (BPA) belastet sind. Die neue Einstufung von BPA als besonders besorgniserregender Stoff der Kategorie 1B wurde am 1. März 2018 in Gesetzeskraft erlangt. Zuzüglich krebserregende oder verändernde Stoffe der Kategorie 1, könnte BPA somit nach Artikel 57 (a) der Chemikalienverordnungen in die Kanditatenliste für besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen werden. Für die Umsetzung des seit Juli 2007 gültigen neuen Chemikaliengesetzes wurde ein Verbot des Stoffes für alle Anwendungsbereiche, für die sicherere Alternativen vorhanden sind gefordert.

Auch für Thermopapier wurde im Juli 2016 der Regelungsausschuss der EU-Kommission ein Verbot von BPA in Thermopapier beschlossen, das allerdings erst 2020 Gesetzeskraft erlangen wird. Am 4. Februar 2016 hat der Ausschuss für eine Einstufung von Bisphenol A als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B gestimmt. Tests des Züricher Kantonlabors zeigten 2010: Kassenzettel aus Thermopapier bestehen zu fast zwei Prozent aus reinem Bisphenol A. Die Messungen aus Zürich zeigen, was passiert, wenn man die Kassenzettel berührt: Innerhalb weniger Sekunden haften Spuren von BPA auf der Haut. Kassenzettel tragen dazu stark bei das Bisphenol A im menschlichen Körper gemessen werden können. Bisphenol A werde von Kassenbons auf andere Alltagsgegenstände übertragen, beispielsweise im Portemonnaie auf Geldscheine. In Deutschland kündigte führende Supermarktketten an, auf umweltfreundlicheres Papier umzustellen.

 

Hormoneller Schadstoff BPA

 

Bisphenol A gehört zu den hormonellen Schadstoffen, die bereits in winzigen Mengen in unserem Hormonhaushalt eingreifen können. Der mittlere Gehalt an Bisphenol A im menschlichen Blut ist mittlerweile höher als die Konzentration, die bei Mäusen zu der Beeinträchtigung der Sexualentwicklung führen kann. Bisphenol A kann sich bei Kontakt im Lebensmitteln aus dem Produkt lösen und ist dann in diesen nachweisbar. Einige Herrsteller bewiesen inzwischen, dass es auch ohne Bisphenol A geht.

 

Bisphenol A ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig eine von der Industrie unabhängig finanzierte Risikobewertung ist. Es gibt ein gutes Beispiel dafür, wie wenig die traditionelle Risikobewertung noch geeignet ist, tatsächliche Schäden zu erfassen. Möglicherweise ist es durch eine direkte Einwirkung auf Hormonrezeptoren in geringeren Konzentrationen schädlicher als in größeren Mengen. Ähnliche Ergebnisse zeigte eine Stichprobe. Analysen haben BPA zudem im Hausstaub von Kindertagesstätten nachgewiesen. Die gesundheitsschädliche Chemikalie in häufig konsumierten Thunfisch-, Tomaten- und Kokosmilchkonserven aus den Regalen der großen Handelsketten nachgewiesen. Ende November kündigte die EU-Kommission an, auf März werde der hormonaktive und eventuell krebserregende Stoff Bisphenol A in Babyfläschchen verboten.

 

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.